Kennenlerngespräch anfragen

Schlaf, Stress & Atmung13 Min. Lesezeit

Stress abbauen: Was im anspruchsvollen Alltag wirklich hilft

Sie sitzen endlich auf dem Sofa. Der Arbeitstag ist vorbei, das Handy liegt neben Ihnen. Eigentlich wäre jetzt Zeit, sich zu erholen. Trotzdem gehen Sie gedanklich noch einmal das letzte Gespräch durch, planen den nächsten Tag und schauen sicherheitshalber doch noch in die Nachrichten.

Frau in blauer Jacke bei einem Spaziergang auf einem ruhigen, baumgesäumten Weg.KI-generiert

Körperlich sind Sie zu Hause. Mit dem Kopf noch lange nicht.

Genau deshalb finde ich den Ratschlag „Sie müssen sich einfach mehr entspannen“ wenig hilfreich. Die meisten Menschen wissen, dass ihnen Ruhe guttun würde. Die Frage ist doch: Wie soll das funktionieren, wenn die Aufgaben nicht weniger werden und der Kopf ständig weiterarbeitet?

Als Personal Trainer betrachte ich Bewegung, Schlaf und Erholung zusammen. Dabei ist mir wichtig, dass eine Empfehlung zu Ihrem Leben passt. Ein anspruchsvoller Alltag wird nicht leichter, wenn noch ein perfektes Sportprogramm, eine aufwendige Morgenroutine und tägliche Meditation dazukommen.

Wenn Sie Stress abbauen möchten, sind für mich zwei Fragen wichtig: Was hilft Ihnen, jetzt zur Ruhe zu kommen? Und was müsste sich ändern, damit Sie morgen nicht wieder genauso unter Druck stehen? Eine kurze Pause kann guttun. Dauerhaft zu viele Aufgaben werden dadurch aber nicht weniger.

Warum Stress nicht automatisch schlecht ist

Vor einem wichtigen Gespräch sind Sie wacher. Bei einer unerwarteten Herausforderung reagieren Sie schneller. Ihr Körper stellt sich auf eine Anforderung ein: Herzschlag und Atmung können sich beschleunigen, Muskeln spannen sich an. Diese Stressreaktion gehört zunächst zum normalen Leben. Stressreaktion: NCCIH

Problematisch kann es werden, wenn Belastungen lange anhalten und kaum Erholung möglich ist. Dann geht es nicht mehr nur um den einen vollen Tag, sondern um Wochen, in denen Sie schlecht abschalten, gereizter reagieren oder sich zunehmend erschöpft fühlen. Menschen reagieren dabei unterschiedlich auf ähnliche Situationen. Einordnung von Stress: WHO

Sie müssen also nicht jede Anspannung vermeiden. Wichtig ist, dass Sie nach anstrengenden Phasen wieder zur Ruhe kommen und sich erholen können.

Warum Cortisol wichtig ist

Wenn über Stress gesprochen wird, fällt schnell das Wort Cortisol. Oft klingt es so, als wäre dieses Hormon grundsätzlich schädlich und müsste möglichst weit gesenkt werden.

Tatsächlich erfüllt Cortisol wichtige Aufgaben im Stoffwechsel und hilft, Entzündungsreaktionen zu regulieren. Wie viel davon ausgeschüttet wird, hängt unter anderem von der Tageszeit und der Belastung ab. Ein höherer Wert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt. Cortisol: Society for Endocrinology

Aus dem Gefühl „Ich bin gestresst“ lässt sich Ihr Cortisolwert nicht ablesen. Für den Alltag ist zunächst eine andere Frage hilfreicher: Woran merken Sie, dass es Ihnen zu viel wird?

Erkennen Sie Ihre eigenen Warnzeichen, bevor alles zu viel wird

Vielleicht werden Sie kurz angebunden. Vielleicht fällt es Ihnen schwer, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Oder Sie sagen Treffen ab, obwohl Ihnen der Kontakt eigentlich guttun würde.

Stress kann sich in Gedanken, Gefühlen, körperlichen Beschwerden und verändertem Verhalten zeigen. Solche Anzeichen sind allerdings nicht eindeutig: Kopfschmerzen, schlechter Schlaf oder Erschöpfung können auch andere Ursachen haben. Stress und Beschwerden: WHO

Ich würde deshalb weniger auf eine lange Symptomliste schauen und mehr auf Veränderungen gegenüber Ihrem normalen Alltag:

  • Was fällt mir gerade deutlich schwerer als sonst?
  • Was lasse ich als Erstes weg, wenn viel los ist?
  • Woran würden Menschen, die mich gut kennen, meine Anspannung bemerken?

Vielleicht streichen Sie bei hoher Belastung zuerst die Mittagspause, dann das Training und arbeiten schließlich bis spät am Abend. Wenn Sie dieses Muster bei sich erkennen, können Sie früher gegensteuern. Zum Beispiel, indem Sie die Mittagspause auch an vollen Tagen bewusst einhalten.

Wählen Sie ein persönliches Signal. Zum Beispiel: „Wenn ich zum dritten Mal denselben Absatz lese und nichts aufnehme, unterbreche ich die Arbeit kurz.“ Das ist im Alltag greifbarer als der Vorsatz, irgendwann besser auf sich zu achten.

Stress bewältigen heißt: an der richtigen Stelle ansetzen

Ein Spaziergang kann nach einem schwierigen Gespräch wohltuend sein. Das Gespräch muss trotzdem vielleicht noch geklärt werden. Eine Atemübung kann Anspannung lindern. Sie macht aus einer unrealistischen Frist aber keine realistische.

Für mich sind deshalb drei Ansatzpunkte wichtig:

  1. Die Belastung verändern: Aufgaben klären, Unterstützung organisieren, Zuständigkeiten oder Termine neu besprechen.
  2. Den eigenen Umgang prüfen: Erwartungen hinterfragen und unterscheiden, was tatsächlich verlangt wird und was Sie zusätzlich von sich erwarten.
  3. Erholung ermöglichen: Bewegung, Pausen, Schlaf und Kontakt zu Menschen, bei denen Sie nicht funktionieren müssen.

Ein Beispiel: Sie haben zu viele Aufgaben und versuchen, mit einer Entspannungs-App besser durchzuhalten. Die App kann Ihnen guttun. Wenn die Menge dauerhaft nicht zu bewältigen ist, braucht es zusätzlich ein Gespräch über Prioritäten oder Entlastung.

Gerade am Arbeitsplatz hängt Stress auch davon ab, wie Aufgaben verteilt werden, wie klar Absprachen sind und wie viel Sie selbst entscheiden können. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Arbeitsbedingungen, statt nur die eigene Belastbarkeit zu hinterfragen. WHO: Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Sie müssen nicht lernen, jede Situation besser auszuhalten. Manchmal ist es sinnvoller, eine Situation zu verändern oder sich Hilfe dafür zu holen.

Was Sie tun können, wenn gerade alles gleichzeitig kommt

Die nächste Nachricht erscheint, ein Termin rückt näher und jemand möchte „nur kurz“ etwas von Ihnen. Bevor Sie jetzt alles gleichzeitig anfangen, halten Sie kurz inne. Schon eine kleine Unterbrechung kann helfen, wieder zu sehen, was tatsächlich als Nächstes wichtig ist.

Kurz innehalten und den nächsten Schritt klären

Wenn die Situation es erlaubt:

  1. Unterbrechen Sie kurz die Aufgabe und legen Sie das Handy beiseite.
  2. Spüren Sie den Kontakt Ihrer Füße zum Boden. Schauen Sie sich im Raum um.
  3. Lassen Sie die Schultern etwas lockerer und atmen Sie ruhig weiter, ohne besonders viel Luft holen zu wollen.
  4. Fragen Sie sich anschließend: „Was ist jetzt der nächste sinnvolle Schritt?“

Vielleicht müssen Sie einen Rückruf erledigen. Vielleicht erst klären, welche der drei Aufgaben wirklich Vorrang hat. Vielleicht brauchen Sie eine richtige Pause.

So entscheiden Sie bewusst, womit Sie weitermachen, statt sich von jeder neuen Nachricht sofort aus der aktuellen Aufgabe reißen zu lassen.

Mit ruhiger Atmung Stress abbauen

Bewusstes, gleichmäßiges Atmen kann helfen, körperlich zur Ruhe zu kommen. Setzen Sie sich bequem hin, lassen Sie die Schultern locker und atmen Sie ruhig durch die Nase, wenn diese frei ist. Nehmen Sie normale, angenehme Atemzüge, statt immer wieder besonders tief Luft zu holen. Ruhige Atemübungen bei Stress: NHS

Sie können die Ausatmung etwas länger werden lassen als die Einatmung. Zum Beispiel drei Sekunden einatmen und vier Sekunden ausatmen, ohne die Luft anzuhalten. Wenn Ihnen das zu lang ist, wählen Sie einen kürzeren Rhythmus. Die Atmung sollte leicht bleiben. Anleitung zur ruhigen Atmung: VA Whole Health

Konzentrieren Sie sich für ein paar Atemzüge auf diesen Ablauf. Das langsame Zählen gibt Ihnen etwas Konkretes, zu dem Sie zurückkehren können, wenn die Gedanken abschweifen. Probieren Sie das auch in ruhigen Momenten aus. Mit etwas Übung wird es leichter, sich bei Stress wieder auf die Atmung zu konzentrieren.

Bewegung gegen Stress: Welche Belastung passt heute zu Ihnen?

Bewegung gehört für mich zu den wichtigsten Grundlagen eines gesunden Alltags und hilft auch dabei, Stress abzubauen. Wie anstrengend das Training sein sollte, hängt davon ab, wie Sie sich an diesem Tag fühlen. Bewegung und psychische Gesundheit: WHO-Leitlinie

Fragen Sie sich vor dem Training: Ist vor allem der Kopf voll, oder bin ich auch körperlich erschöpft?

Der Kopf ist voll, der Körper grundsätzlich belastbar

Dann kann eine gewohnte Trainingseinheit gut passen. Sie beschäftigen sich mit einer klaren Aufgabe, bewegen sich und sind für eine Weile nicht mit allen offenen Themen gleichzeitig befasst.

Krafttraining ist dafür eine Möglichkeit, Ausdauertraining eine andere. Sie müssen nicht die angeblich beste Sportart gegen Stress finden. Wichtiger ist, dass Sie die Bewegung gerne machen, sie zu Ihnen passt und Sie regelmäßig dazu zurückkehren.

Sie sind müde und die Woche war schon sehr fordernd

Dann darf die Einheit kleiner werden: weniger Übungen, geringere Belastung oder ein ruhigeres Tempo. Auch Gehen ist eine sinnvolle Option. Ein Spaziergang braucht wenig Vorbereitung und lässt sich oft leichter unterbringen als der Weg ins Fitnessstudio.

Gerade wenn Zeit und Motivation fehlen, ist das wichtig: Lieber eine kurze Bewegungseinheit, die heute gut passt, als Bewegung ganz zu streichen. Lassen Sie beim Spaziergang das Handy in der Tasche und verzichten Sie auch einmal auf Podcast oder Telefonat. So bekommt Ihr Kopf eine Pause von den vielen Eindrücken des Tages.

Sie sind krank oder haben ungeklärte Beschwerden

Bei Fieber pausieren Sie mit dem Training. Ungeklärte Beschwerden wie Brustschmerzen, deutliche Atemnot oder wiederkehrender Schwindel sollten ärztlich abgeklärt werden, bevor Sie sich belasten.

Achten Sie nach der Bewegung darauf, wie Sie sich fühlen: Ist der Kopf etwas klarer? Sind Sie angenehm müde oder völlig erschöpft? Das hilft Ihnen, die nächste Einheit passend zu planen.

Wenn Sie dafür eine alltagstaugliche Struktur suchen, finden Sie in meinem Beitrag Training trotz wenig Zeit zwei realistische Wochenpläne.

Pausen, die Ihnen wirklich Erholung bringen

Frau mit grauem Haar blickt von hinten gesehen über eine sonnige Landschaft.KI-generiert

Sie schließen den Laptop und öffnen auf dem Handy die Arbeitsnachrichten. Das Gerät ist ein anderes, aber gedanklich sind Sie weiter bei der Arbeit.

Deshalb würde ich bei Pausen nicht nur auf die Dauer schauen, sondern auch auf den Inhalt. Wovon brauchen Sie gerade Abstand?

  • Nach vielen Bildschirmstunden: aufstehen, den Blick schweifen lassen, ein paar Schritte gehen.
  • Nach vielen Gesprächen: einige Minuten ohne neue Informationen und Rückfragen.
  • Nach langer konzentrierter Einzelarbeit: vielleicht ein kurzer, angenehmer Austausch.
  • Nach körperlich fordernder Arbeit: sitzen, trinken und dem Körper Ruhe geben.

Schon kurze Pausen können helfen, sich weniger müde und wieder etwas frischer zu fühlen. Dafür müssen Sie nicht in jeder Pause etwas Besonderes unternehmen. Oft reicht es, kurz aufzustehen und Abstand von der aktuellen Aufgabe zu bekommen. Forschung zu Kurzpausen

Nutzen Sie dafür zum Beispiel die Zeit nach einem längeren Gespräch oder vor der nächsten Aufgabe. Wenn Sie solche Momente regelmäßig für eine kurze Pause nutzen, denken Sie mit der Zeit leichter daran.

Solche kurzen Unterbrechungen ergänzen längere Pausen und freie Zeit. Sie ersetzen diese nicht.

Weniger Grübeln: Offene Aufgaben aufschreiben und planen

Mann schreibt am Abend mit einem Stift in ein Notizbuch.KI-generiert

„Ich muss mich noch um die Versicherung kümmern.“ So ein Gedanke kann Sie durch den ganzen Tag begleiten, ohne dass etwas passiert. Die Aufgabe ist zu unklar, um schnell erledigt zu werden, und zu wichtig, um sie einfach zu vergessen.

Ich würde sie deshalb konkreter machen: „Morgen nach dem Mittagessen suche ich den Vertrag heraus und schreibe meine zwei Fragen auf.“ Das Problem ist damit noch nicht gelöst. Aber der nächste Schritt steht fest.

Für einen kurzen Tagesabschluss reichen drei Fragen:

  • Was ist noch offen?
  • Was ist der nächste tatsächlich machbare Schritt?
  • Wann oder mit wem kümmere ich mich darum?

Nicht jede Sorge lässt sich auf diese Weise abhaken. Finanzielle Unsicherheit, Konflikte oder die Pflege eines Angehörigen sind keine gewöhnlichen To-dos. Auch hier kann aber die Frage helfen, welche konkrete Unterstützung nötig wäre, statt das gesamte Problem immer wieder allein im Kopf durchzugehen.

Offene Aufgaben, ungelöste Konflikte und ständige Erreichbarkeit können das Abschalten erschweren. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin berücksichtigt deshalb neben individuellen Erholungsstrategien auch die Abgrenzung von Arbeit und Freizeit. BAuA: Mentale Erholung von der Arbeit

Wenn Sie mit jemandem sprechen, sagen Sie ruhig, was Sie gerade brauchen: „Ich möchte das kurz erzählen, ohne sofort nach einer Lösung zu suchen.“ Oder: „Können Sie mir diese eine Aufgabe abnehmen?“ So weiß Ihr Gegenüber besser, wie es Sie unterstützen kann.

Grenzen setzen, ohne gleich das ganze Leben umzustellen

„Sagen Sie einfach öfter Nein“ klingt gut. In der Praxis gibt es Vorgesetzte, Kunden, Kinder und andere Menschen, für die Sie Verantwortung tragen. Nicht jede Verpflichtung lässt sich abgeben.

Manchmal beginnt eine Grenze deshalb nicht mit einem Nein, sondern mit einer klaren Rückfrage:

„Ich kann heute Aufgabe A oder Aufgabe B abschließen. Was hat Vorrang?“

„Ich kann das übernehmen. Dann verschiebt sich allerdings der andere Termin.“

„Ich schaue morgen Vormittag darauf. Für heute bin ich nicht mehr erreichbar.“

Damit machen Sie deutlich, was zeitlich möglich ist. Ihr Gegenüber kann dann mit Ihnen klären, was wirklich Vorrang hat, statt selbstverständlich davon auszugehen, dass Sie alles übernehmen.

Was erwarten Sie selbst von sich?

Muss die Nachricht sofort beantwortet werden? Braucht die interne Notiz wirklich eine perfekte Gestaltung? Oder würde eine gute, verständliche Fassung ihren Zweck bereits erfüllen?

Mir geht es nicht darum, Genauigkeit oder Verbindlichkeit kleinzureden. Beides ist wichtig. Es lohnt sich nur, den Aufwand an die Aufgabe anzupassen. Eine sicherheitsrelevante Entscheidung verlangt andere Sorgfalt als eine kurze Terminbestätigung.

Wenn Arbeitsmenge, Konflikte oder fehlende Unterstützung dauerhaft überfordern, ist das allerdings keine Frage der richtigen inneren Einstellung. Dann braucht es Veränderungen der Rahmenbedingungen und gegebenenfalls Unterstützung durch Führungskraft, Interessenvertretung oder andere geeignete Ansprechpersonen. Arbeitsbedingungen und psychische Gesundheit: BMAS

Auch bei Stress: Zeit für Schlaf, Essen und Erholung

In vollen Wochen werden häufig genau die Dinge gekürzt, die Erholung ermöglichen: die Mittagspause, der Spaziergang, das Treffen mit einem vertrauten Menschen oder die Zeit zum Schlafen.

Gerade in solchen Phasen lohnt es sich, diese Gewohnheiten nicht ganz aufzugeben. Die Mittagspause darf einfach sein, der Spaziergang kurz. Wichtig ist, dass Sie weiterhin etwas für sich tun.

Planen Sie genügend Zeit zum Schlafen ein

Wenn der Feierabend immer später beginnt und der Wecker unverändert klingelt, wird die Nacht kürzer. Geben Sie dem Schlaf deshalb eine feste Priorität und überlegen Sie, was am Abend auch bis morgen warten kann. Haben Sie genügend Zeit zum Schlafen, kommen aber nicht zur Ruhe, können die beschriebenen Routinen und Atemübungen beim Abschalten helfen.

Schlaf ist ein wesentlicher Teil der Erholung zwischen Arbeitstagen. Dauerhaft verkürzte Ruhephasen können diese Erholung beeinträchtigen. BAuA zu Ruhezeiten und Erholung

Wie Sie die wichtigsten Ansatzpunkte für Ihre Nacht erkennen, erfahren Sie in meinem Beitrag über die Grundlagen für erholsamen Schlaf.

Machen Sie Essen und Trinken unkompliziert

Eine vorbereitete Mahlzeit, etwas zu trinken in Reichweite und eine wirkliche Essenspause können an einem vollen Tag praktischer sein als komplizierte Ernährungsregeln. Sie brauchen dafür keine besondere „Anti-Stress-Diät“.

Wenn Sie auf viel Kaffee mit Unruhe reagieren oder schlechter schlafen, lohnt sich ein Blick auf Menge und Zeitpunkt. Grüner Tee ist übrigens ebenfalls koffeinhaltig und deshalb nicht automatisch die beruhigende Alternative. Mehr dazu finden Sie in meinem Beitrag über Koffein und Schlaf.

Nehmen Sie sich Zeit für Dinge, die Ihnen Freude machen

Ein Gespräch, Musik, etwas im Garten machen oder gemeinsam kochen: Nicht jede freie Minute muss Ihre Gesundheit messbar verbessern. Ich finde es wichtig, dass im Alltag auch Dinge vorkommen, die einfach angenehm sind.

Fragen Sie sich ruhig einmal: Was mache ich eigentlich gerne, das in letzter Zeit zu kurz gekommen ist?

Womit sollten Sie anfangen? Wählen Sie passend zu Ihrer Situation

Sie müssen nicht jede Methode ausprobieren. Schauen Sie zuerst, welche Situation Sie am besten wiedererkennen:

„Ich bin gerade sehr aufgewühlt.“ Unterbrechen Sie kurz die Situation, orientieren Sie sich im Raum oder gehen Sie ein paar Schritte. Erst dann entscheiden Sie, was als Nächstes nötig ist.

„Es ist dauerhaft mehr Arbeit da, als ich schaffen kann.“ Notieren Sie die tatsächlichen Aufgaben und klären Sie Prioritäten, Fristen oder Unterstützung. Eine zusätzliche Entspannungsroutine allein löst dieses Missverhältnis nicht.

„Ich bin nach Feierabend gedanklich immer noch bei der Arbeit.“ Wählen Sie einen klaren Tagesabschluss: offene Punkte festhalten, den nächsten Schritt benennen und eine realistische Grenze für die Erreichbarkeit vereinbaren.

„Sobald es stressig wird, fällt Bewegung komplett weg.“ Überlegen Sie sich eine einfache Alternative: Wenn das Training heute nicht passt, gehe ich nach der Arbeit zehn Minuten spazieren.

„Ich ziehe mich zurück und habe kaum noch Freude an irgendetwas.“ Sprechen Sie mit einer vertrauten Person darüber und holen Sie sich bei anhaltenden Beschwerden professionelle Unterstützung.

Nehmen Sie für die nächste Woche eine passende Veränderung mit. Fragen Sie danach nicht nur: „War ich weniger gestresst?“ Fragen Sie auch: „Was hat mich tatsächlich entlastet, und was hat nur zusätzliche Arbeit gemacht?“ Ihre Antwort hilft bei der nächsten Entscheidung.

Wann Sie sich Unterstützung holen sollten

Wenn Anspannung, Schlafprobleme oder Erschöpfung anhalten und Ihren Alltag deutlich beeinträchtigen, ist ärztliche oder psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll. Das gilt besonders bei starker Angst, länger anhaltender Niedergeschlagenheit oder wenn Sie zunehmend Situationen vermeiden, die vorher selbstverständlich waren. NIMH: Wann weitere Hilfe sinnvoll ist

Körperliche Beschwerden sollten Sie nicht vorschnell auf Stress schieben. Bei neu auftretenden starken Brustschmerzen oder deutlicher Atemnot ist sofortige medizinische Hilfe nötig.

Bewegung, Schlafgewohnheiten und persönliche Betreuung können unterstützen. Personal Training ersetzt aber keine Diagnose oder Behandlung psychischer oder körperlicher Erkrankungen.

Fazit: Was würde Ihren Alltag wirklich leichter machen?

Für mich bedeutet ein guter Umgang mit Stress nicht, immer ruhig zu bleiben. Es bedeutet, die eigene Belastung ernst zu nehmen und passende Möglichkeiten zur Entlastung zu finden.

An manchen Tagen ist das eine Trainingseinheit. An anderen ein Spaziergang, ein offenes Gespräch oder die Entscheidung, eine zusätzliche Aufgabe nicht auch noch zu übernehmen.

Wenn Sie aus diesem Beitrag eine Frage mitnehmen, dann diese: „Brauche ich gerade Erholung – oder muss sich etwas an dem ändern, wovon ich mich ständig erholen muss?“

Oft braucht es beides: Zeit zur Erholung und eine klare Entscheidung darüber, was sich im Alltag verändern soll.

Weitere Anregungen zu Bewegung, Schlaf und Erholung finden Sie in meinem Gesundheitsblog.

Jonas Zimmerschied

Über den Autor

Jonas Zimmerschied

Personal Trainer seit 2015, Studium der Fitnessökonomie, Mitglied im BPT – Bundesverband Personal Training. Persönliche 1:1-Betreuung in Heppenheim und im privaten Studio in Bensheim.

Mehr über mich

Weitere Beiträge zuSchlaf, Stress & Atmung

Alle Themen im Blog
Jonas Zimmerschied im Gespräch mit einem Klienten beim Training im Freien in Heppenheim

Lernen wiruns kennen

In einem persönlichen Gespräch finden wir gemeinsam heraus, was Sie verändern möchten und ob meine Form der Betreuung zu Ihnen passt.

Ich begleite bewusst nur eine begrenzte Zahl an Klienten gleichzeitig, damit genügend Zeit für eine persönliche Betreuung bleibt.

Gesundheitliche Details müssen Sie hier nicht angeben. Diese besprechen wir gern im persönlichen Gespräch. Machen Sie hier dennoch Angaben zu Ihrer Gesundheit, willigen Sie ein, dass ich diese nur zur Beantwortung Ihrer Anfrage verarbeite.

Ihre Angaben verwende ich ausschließlich, um Ihre Anfrage zu beantworten. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.